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Peanuts am Airport

Fem KronorGerade 15 Minuten in Schweden, wurde ich auch schon abgezockt. Da Eric und ich für unseren Kurzurlaub in Stockholm nicht unser gesamtes Gepäck ins Hostel schleppen wollten, entschieden wir uns, es am Flughafen in Schließfächern zu deponieren. Diese bedient man ausschließlich mit 5- oder 10-Kronen-Münzen.

Natürlich war ich zu blöd, den entsprechenden Automaten zum Wechseln von Scheinen erfolgreich zu bedienen. Also ließ ich mir mutig von einem jungen Mann südeuropäischer Herkunft helfen. Er steckte den Zwanziger in den Automaten, bekam vier 5-Kronen-Münzen zurück und gab mir... drei! Ich monierte fleißig, doch das alles half nicht mehr - der gute Mann hatte die Münze bereits in sein eigenes Schließfach gesteckt (man bezahlt die ersten 24 Stunden im Voraus, die restliche Zeit beim Öffnen des Faches).

Ich stockte kurz - fünf Kronen sind etwa 55 Cent. Ich entschied mich, das Problem nicht zu einer Schlägerei ausarten zu lassen und ging zurück zu Eric. Nun fiel allerdings unserem neuen Freund ein, dass er ja noch weitere Münzen zum Öffnen seines Schließfachs brauchte, und suchte uns abermals auf. Er bot mir einige Handys und seinen "Gold"-Ring (Wert mindestens 5.000 Euro, edelster bemalter Kunststoff) im Tausch gegen zwei weitere Münzen an, was ich aber ablehnte. Einmal lass ich mich ja abzocken, aber nicht zweimal. Logischerweise ließ der Typ nicht locker und flehte uns weiter an. Lustig war, dass er in der einen Hand die Handys und in der anderen Hand einige Hunderter hielt. Meiner Aufforderung, diese Scheine oben im Terminal gegen entsprechende Münzen zu tauschen, wollte er nicht folgen. Mein Standardsatz in diesem Minuten - verbunden mit einem Gruß an Frau Klotz: "No, I will not do any further business with you".

Wiederholt beteuerte der Mann, dass wir doch nette Jungs wären. Dem konnte ich nur zustimmen, was ihn aber immer noch nicht veranlasste, das Weite zu suchen. Wir konnten auch nicht sofort abhauen, hatte doch Eric seine sieben Sachen auf dem Boden verbreitet. Außerdem hatten wir ja nicht genügend Münzen, um das Schließfach zu schließen.

Dennoch mussten wieder einmal die Klügeren nachgeben: Nachdem unser Gesprächspartner uns erneut seine Freundschaft bescheinigte, und in einem Nebensatz erwähnte, dass er bei uns doch niemals sein Messer zücken würde, wurde es uns zu bunt. Alle Sachen wieder auf den Gepäckwagen, mit dem Lift ins Terminal und zehn Minuten Zwangspause. Als die Luft endlich rein war und wir ganz konventionell am Fahrkartenschalter unser Geld gewechselt hatten, konnten wir endlich unsere Aufgabe erledigen. Mit einem flauen Gefühl verließen wir den Flughafen: "Ob unser Gepäck (ein Koffer, drei Reisetaschen, zwei Notebooks) in drei Tagen wohl noch im Schließfach liegt?"